SCHREIBGEDANKEN: Den Charakteren Tiefe einhauchen

Ich bin Teilzeitschreiberin. Neben vielen anderen Interessen und meinen sozialen Kontakten bemühe ich mein größtes Herzensprojekt voranzubringen – dem Schreiben meines Romans. Schon oft probiert, aber bisher immer gescheitert. Ich war jung, unerfahren und habe mich von vielem ablenken und demotivieren lassen, was zum Abbruch dieser Projekte geführt hat. Ein zu unerreichbares Ziel für mich damals. Ich war zu ungeduldig, zu perfektionistisch, zu wenig kritikfähig, hatte zu wenig Ausdauer und Durchhaltevermögen.

Jetzt, viele Jahre später, nach viel Persönlichkeitsbildung, Selbsterfahrung und dem Erwachsen werden habe ich mir ganz fest zum Ziel gesetzt, diesmal erfolgreich zu sein. Erstmal mit dem Schreiben. Fertig werden. Abschließen.

Nicht viel Zeit dafür, aber die notwendige nehme ich mir eben. So wie am Samstag, unterstützt von meinem Liebsten, der einen Teil des Tages allein verbrachte, um mir und dem Schreiben den Raum zu geben, den wir verdienen. Dafür kam er dann abends in den Genuss, den neuen Teil vorgelesen zu bekommen. Als Erstes. In Rohfassung mit allen Fehlern.

Ich finde es besonders faszinierend, den Charakteren während des Schreibens nachzuspüren und ihre Lebensgeschichte einzutauchen. Ihnen selbst während des kreativen Prozesses immer mehr Tiefe einzuhauchen. Aspekte festzuhalten, denen ich davor noch gar nicht bewusst gewesen bin. So, als ob ich gerade in diesem Moment diese Person bin, auch wenn sie nur eine erfundene ist, aber doch ist auch viel Autobiographisches eingewoben und doch auch wieder in neuer Kombination mit anderen Aspekten. So wird die Figur nach jeder Schreiblektion lebendiger, vielschichtiger und interagiert immer mehr auch mit sich selbst und ihrer Gedankenwelt, nicht nur mehr mit dem Außen.

Ich merke, dass auch mein Schreibprozess ständig einem Wandel unterworfen ist. So wie das Leben an sich. Mal schauen, wohin es führt, das Leben dieses Romans, der so bunt ist, wie ich selbst. Er ist Teil von mir, der seiner Bestimmung folgen will.

So schön.

Viel Inspiration allen Voll- und TeilzeitautorInnen unter Euch,

Eure Caroline

 

 

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BEOBACHTUNGEN: Baumblüte und Eichelhäher

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Detailfoto, entdeckt Wien, Stadtpark, 08.04.2018
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entdeckt: Wien, Stadtpark, 08.04.2018

Ein Baum am Rande des Wiener Stadtparks wurde am Sonntag zum meist fotografiertesten Objekt an diesem wunderschön sonnigen Frühlingstag.

Zu zweit, zu dritt, alleine. Jeder wollte ein Foto mit dieser blühenden Pracht. Verstehe ich gut, das wollte ich auch.

Heute konnte ich in der Früh bereits ein wunderschönes Eichelhäher-Pärchen beim Nestbau beobachten. Sie waren so schnell auf und davon, dass ich leider kein Foto von den beiden Hübschen machen konnte. Die wohlbekannten Frühlingsgefühle sind wohl bei den Vögel auch bereits angekommen. Das finde ich ganz zauberhaft. Ich bin glücklich.

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Frühling weiterhin,

Eure Caroline

BEOBACHTUNGEN: Die 1. Zugfahrt

Wir saßen bereits im Zug, als ein Mann Mitte bis Ende 70 den Wagon betrat – ich bin schlecht beim Raten des Alters, vielleicht war er auch schon älter – und uns fragte, ob er sich auf einen der freien Sessel setzen dürfe, die unseren schräg gegenüber gelegen waren. Wir bejahten, wiesen ihn aber daraufhin, dass der Fensterplatz reserviert wäre. Der Mann bedankte sich und erklärte, es wäre heute seine 1. Zugfahrt seines Lebens. Er kenne sich daher mit den Gepflogenheiten nicht aus. Er fragte auch, woran man erkennen könne, dass der Platz reserviert sei. Wir zeigten auf die kleinen Anzeigen unterhalb der Gepäckablagen. Ich fragte, ob er denn bisher immer mit dem Auto gefahren sei, was er bejahte. Der Mann wollte dann nach einer Weile noch wissen, wo die Toiletten seien. Wir erklärten es ihm. Irgendwann, ich glaube, es war in Mürzzuschlag, verabschiedete er sich freundlich von uns und stieg aus. Durch das Fenster konnten wir sehen, dass er von einer Frau abgeholt wurde, die möglicherweise seine Frau, Freundin oder Schwester gewesen sein konnte – wir werden es wohl niemals erfahren.

Was ich an dem Mann bewundert habe, war, dass er ganz frei und offen zugegeben hatte, an diesem Tag, es war der Karsamstag, seine erste Zugfahrt zu machen. In seinem Alter noch offen für Neues zu sein, das möge uns allen ein Vorbild sein. Sich fragen trauen, wenn man etwas nicht weiß. Sich nicht zu scheuen, zuzugeben, etwas zum ersten Mal zu machen. Dazu zu stehen. Denn jeder macht irgendwann etwas zum ersten Mal. Ganz wunderbar, finde ich das.

Alles Liebe und möget ihr bei Euren ersten Malen dann immer auf freundliche und hilfsbereite Menschen treffen, die Euch dabei helfen,

Eure Caroline

 

BEOBACHTUNGEN: Entenyoga

Am Samstag nutzen wir den herrlich sonnigen Tag für einen frühlingshaften Spaziergang auf der Donauinsel. Gegen Ende legten wir an einem angenehmen Plätzchen direkt am Wasser eine kurze Rast ein. Ein Stockentenpaar kam des Wegs und tappte gemächlich an Land. Zuerst ein bisschen Putzen des Gefieders da, dann ein bisschen dort. Danach konnte das morgendliche Yogatraining auch schon losgehen.

Zuerst das linke Bein zur linken Seite ausstrecken, den linken Flügel dazu abspreizen und dehnen, kurz halten, dann Pause, dann das Gleiche nochmal wiederholen. Wieder Pause. Anschließend kommt die andere Seite dran: rechtes Bein zur rechten Seite abspreizen samt dazugehörigem Flügel. Zum Abschluss noch die berüchtigte Angriffshaltung üben mit bedrohlich nach hinten ausgebreiteten Flügeln und weit aufgerissenem Schnabel, dabei möglichst grimmig dreinschauen. Fertig.

Dieses Training ist jedem Erpel und jeder Ente von jung bis alt empfohlen, am besten jeden Vormittag in der Sonne. Unbedingt nur auf festem Untergrund (Ufer) ausüben!

Nach dem Training musste natürlich noch ausgiebig gefressen werden, aber schon bald danach ging es wieder zurück ins Wasser.

Ein guter Tag beginnt auch bei Enten mit dem richtigen Training.

Alles Liebe

Eure Caroline

Ein kleines Wunder

Blühendes Moos 2018 komp
Blühendes Moos, entdeckt in 1130 Wien

Ich liebe Moos. Meist wird dieser interessanten Pflanze viel zu wenig Beachtung geschenkt oder gar aus dem Garten verbannt, verdrängt es doch das Gras von seinem angestammten Platz. Nimmt man sich die Zeit und betrachtet es von Nahem, kann man erkennen, wie wunderschön die weichen Pflänzchen sind. Sogar blühen tun sie, so entdeckt vor unserem liebsten Asia-Restaurant in den noch unbepflanzten Blumenkästen am Rand des Schanigartens. Die feuchte Erde ist perfektes Refugium für die besondere Pflanzengattung. Es gibt lt. WIKIPEDIA (Abruf 19.3.18) 16.000 bekannte Arten. So vielgestaltig, aber oft so ungeliebt. Dabei so ein kleines Wunder der Natur!

Die gestielten Sporenkapseln (s. leider unscharfes Foto) sind übrigens Teil der sexuellen Vermehrung mittels Sporen. Sie können sich aber auch vegetativ vermehren.

Alles Liebe und eine schöne Woche

Eure Caroline

4. Jahresjubiläum

Dieser Blog feierte gestern sein vierjähriges Bestehen. Obwohl mein Blog LIEBESRAUM mittlerweile mein Hauptprojekt ist, gibt es immer noch genügend Leute, die ihn lesen.

Dafür ein ganz herzliches Danke! ❤

Ich werde mich bemühen, ihn auch weiterhin mit interessanten Inhalten zu füllen.

Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange schreiben würde. Ich habe einfach angefangen und losgelegt. Dass sich dann doch so viele für mein Leben interessieren, hätte ich nie für möglich gehalten. Zeitweise kommen immer noch neue Follower dazu. Unglaublich!

Beide Blogs sind so bunt wie ich. Sie folgen keinem roten Faden. Das stört vielleicht manche, aber so bin ich eben. Neugierig auf das Leben, über den Tellerrand sehen, voller Lebensfreude, manchmal auch melancholisch, wütend oder frustriert – ein Mensch eben, ein Frau, die sich weiterentwickelt, jeden Tag ein bisschen mehr.

Meine Persönlichkeit hat sich von der Larve über die Puppe zum Schmetterling entwickelt. Großartig! Mein Schatz hat viel dazu beigetragen, einfach, weil er mich immer so genommen hat und liebt, wie ich bin. Sogar die schrägen selbst erfundenen Lieder unter der Dusche oder auf Wanderungen findet er super. Er lacht immer ganz herzig darüber. So solls ein. 🙂

Bleibt weiter neugierig und genießt die beginnenden Frühlingsgefühle,

Eure Caroline

1. Österreichischer Vorlesetag am 15.03.

Mein Schatz und ich lesen uns gerne vor, am liebsten die Zeitung am Samstag beim Frühstück. Auch der Tochter meiner besten Freundin lese ich gerne vor. Überhaupt lese ich Kindern gerne vor. Wenn sie gebannt an meinem Mund hängen und sich über lustige Szenen amüsieren oder sie mitfiebern, wie die Geschichte ausgeht, das gefällt mir. Ich bemühe mich immer auch die Rollen unterschiedlich zu lesen, auch die verschiedenen Emotionen zu berücksichtigen.

Am 15.03.18 findet der 1. Österreichische Vorlesetag statt. Eine großartige Idee, wie ich finde. Jeder kann mitmachen, entweder als Lesender oder Lesende oder man stellt eine Lokation zur Verfügung.

Viele Lesungen sind öffentlich, die Texte bunt gemixt, für Erwachsene und/oder Kinder. Über den ganzen Tag verteilt kann man sich die unterschiedlichen Menschen und Geschichten lauschen, sich freuen, lachen, vor Spannung mucksmäuschenstill sein.

Wenn ich Zeit finden sollte, wäre ich gerne als Besucherin dabei.

Alles Liebe und ein wunderschönes Wochenende

Eure Caroline